Chalk Bag

Dieses Shooting stand schon lange an. Wie einige von euch wissen, arbeite ich in einem Hochseilpark. Ich liebe diese Arbeit. Man ist den ganzen Tag an der frischen Luft, eine willkommene Abwechslung zum miefigen Unialltag. Ich habe großartige, liebe ArbeitskollegInnen und ich kann mich à la Tarzan und Jane in den Bäumen austoben. Mittlerweile werde ich nur mehr von allen Merida genannt, angeblich sei die Nähe zu dem Mädchen aus den Highlands unverkennbar…. Und ihr könnt mir glauben, bei so manchem Gast wäre ich durchaus in Versuchung, den Pfeil auf den ein oder anderen Allerwertesten zu richten. Aber das ginge natürlich gegen jegliche unserer Vorschriften.

Jedenfalls will ich damit ja nur zu meinem Hobby, dem Klettern überleiten. Denn, wie es in so einem Waldseilpark nun ist, sind viele meiner KollegInnen ebenfalls tollwütige kletterwütige Wesen. Ich gebe zu, manche wesentlich mehr als ich mittlerweile. Nachdem ich ja bekanntlich mehrere Hobbys habe und leider auch noch andere Verpflichtungen, Masterarbeit schreiben zum Beispiel, komme ich nicht so häufig dazu, wie ich gern hätte. Und so hab ich mich eher weniger wie die mutige Merida und eher mehr wie ein bleischwerer Kartoffelsack auf Irrwegen gefühlt. In den letzten Wochen ist überhaupt enorm viel los gewesen und zu guter Letzt hat mich dann mitten im frühsommerlichen Temperaturanstieg ne fette fiese Erkältung erwischt. Da kommt Freude auf. *hüstel.
Aber Ende Mai haben wir es dann zum Glück geschafft und konnten Sommer, Sonne und Strand Felsen genießen. Worauf ich nun aber eigentlich hinaus will, sind nicht nur die feinen Kletterfotos von Ariane, Christopher und mir, sondern eigentlich (vor allem) die tollen Chalk Bags!!!! Ich hab eine ganze Kleinserie von Magnesium Bags fürs Klettern genäht und hoffe, bald noch mehr zu machen, das macht nämlich unheimlich viel Spaß. Fast so viel wie das Klettern selbst. Die meisten hab ich auch schon verschenkt, aber ein paar hab ich für mich selbst behalten, von denen werde ich mich nicht mehr trennen. Außerdem muss ich doch testen, ob sie auch wirklich gut halten. Draußen am Felsen, in der Halle und überhaupt.

Das Schnittmuster dazu habe ich mir selbst überlegt und von anderen Bags abgeschaut. Das Futter ist in diesem Fall aus Sommersweat, in Zukunft werde ich es jedoch mit Fleece probieren, wie es häufig für solche Chalk Bags verwendet wird. Außen habe ich meistens Canvas benutzt und stabilen Jeansstoff, manchmal auch Korkstoff. Es gibt zwei Halterungen für die obligatorische Zahnbürste, zum Griffe putzen (am Felsen eher unrelevant) und für etwaige Karabiner und dann natürlich die Kordel zum Zumachen, damit das Magnesium nicht umherfliegt. Das eine Chalk Bag habe ich aus Seil-Schläuchen zusammengenäht, das ergibt einen wunderbaren Effekt und schaut echt fesch aus, finde ich. Ich glaube, Christopher stimmt mir zu ;-)

Wir hatten jedenfalls am Felsen echt einen tollen Tag. Dank der lieben Julia waren wir auch bestens ausgerüstet, besonders die Hängematte hat sich bezahlt gemacht, übrigens gleich neben dem Bettsteigerl montiert. Wie passend ;-) Und das Wetter war natürlich auch ideal. Jetzt muss ich nur noch ganz gesund werden, dann steht dem kommenden Trip nichts mehr im Wege. Außer vielleicht die Masterarbeit.

Fotorechte und Credits liegen bei Christopher (siehe auch Instagram: mag.rotpeter), Ariane und Fräulein Josefine.

Verlinkung: Rums