Radfreak-Freebies

Es gibt Dinge, von denen kann ich einfach nicht genug haben. Dazu gehören: Lampen, Jacken, Taschen, Hobbys, Sportsachen und Fahrräder. Ich weiß, das ist total verwerflich, von wegen Besitzdenken ist total scheiße schlecht und so. Aber nun gut, jetzt ist es nunmal so und es machen sich eh schon immer alle über mich lustig, zum Beispiel weil ich eben so viele Fahrräder habe. Wie das mit meinen Lampen, Jacken und Taschen ist, habe ich euch ja hier, hier - und hier schonmal gezeigt. Ich gelobe Besserung *hust. Jedenfalls finde ich wirklich - und das ist meine tiefste Überzeugung - Fahrräder kann man einfach nie genug haben. Und für all jene, denen das auch so geht, habe ich ein paar Typo-Freebies für Radfreaks Radbegeisterte gemacht. Einfach auf den Text unter dem jeweiligen Freebie-Bild klicken und downloaden! (Und eh klar: for personal use only)

Ich erkläre euch jetzt auch genau warum. Es ist doch so, dass ich kein Auto und (noch) kein Motorrad und auch kein Öffiticket habe. Ich fahre quasi nie mit den Öffis. Nicht, weil ich das nicht mag, sondern, weil ich nunmal viel lieber mit dem Rad fahre. Das ganze Jahr lang. Bei schönem Wetter, bei Schnee und bei Regen und wenn es mir gut oder schlecht geht, ganz gleich. Weil, sobald ich mal auf meinem (einem meiner…) Rad (Räder…) sitze, geht’s mir halt wieder blendend. So ein Rad (egal welches) ist quasi mein ganz persönlicher Gute-Laune-Drops. In manchen Monaten fahre ich so meine 30-40 Km täglich, einfach nur, weil es mir Spaß macht. So und jetzt rechne ich mal ein Auto (mit Sprit und Service und Autowäsche und was weiß ich, was so ein Auto noch braucht…) oder auch ein Jahresticket der Öffis (hier in Wien glaub ich 365 Euro) gegen ein Fahrrad, das ich täglich benutze. 

Nun ist es so, dass ich (momentan) vier Räder habe. Ich hab sozusagen mehr als ein Rad ab. Aaaaaaber. Davon ist eines meine old Lady, die alte Dame hat bereits mehr als zehn Jahre auf dem Buckel und ist mir treu ergeben. Es handelt sich um ein feines altes Hollandrad mit sieben Gängen und einer Tröte, mit der ich so wunderbar alle Touristen erschrecken kann. Und ganz laut alle unendlich nervigen Taxifahrer anhupen, während ich im besten Berliner Slang laut gestikulierend auf sie einbrülle. Die lassen sich davon meistens zwar nicht beirren und nehmen mir dennoch die Vorfahrt, aber dafür macht das auf alle Fußgänger mächtig Eindruck. Ich bin die rote Zora auf Wiens Straßen. Der Rabauke unter den Radlern. Die Rampensau auf meiner alten Dame. Sie fährt, aber sonst muss ich sie mal wieder mächtig pimpen. Neue Bremsbeläge müssten her, Bremsen nachziehen bzw. stellen, neuer Sattelbezug, Kette wechseln, Licht reparieren, alles säubern und neu einschmieren…. Naja, sagen wir, ich müsste mal wieder zwei Tage Arbeit in meine Dame investieren, damit sie wieder richtig im Sauseschritt düst und wir wieder Touristen erschrecken können. Derweil humpelt sie halt ein bisschen, aber bei Regen wähle ich sie immer aus, weil ich dank Schutzblech und Kettenschutz nicht allzu nass und dreckig werde.

Das bringt uns nämlich zu meiner zweiten Ersteigerung, mein Pseudo-Mountainbike, das ich vor rund zwei Jahren für genau vierzig Euro auf Willhaben ergattert habe. Es gibt kein günstigeres Jahresticket. Es fährt ganz wunderbar, die Geometrie ist genau auf mich abgestimmt, es hat sozusagen die perfekte Größe und ist bequem zu fahren. Ich habe es schon auf Herz und Nieren geprüft und über Stock und Stein gejagt. Über die Kahlenbergstrecke, die Rameau-Srecke, die Wilhelminenstrecke und sonst wohin. Die Gangschaltung läuft leider nicht ganz rund, weswegen ich auch nicht mehr richtig in die Berge damit kann, aber für die schnellen Kilometerreichen Touren durch die Stadt, zur Arbeit (auf den Kahlenberg) und einen Sonntagsausflug reicht es allemal. Aber auch dieses Rad hat offensichtliche Gebrauchspuren, läuft nicht mehr richtig flüssig und es müsste ein extrem hoher Aufwand betrieben werden, um es aufzumotzen. Da es schon so alt und gebraucht ist, hinterlassen Rost und Schmutz leider ihre Spuren. Seit ich mal versucht habe, den Sattel auszutauschen, sitzt er nun schief auf dem Rad. Gerade noch so halbschief, dass ich darauf fahren kann, aber gerade auch so schief, dass das echt suboptimal ist. Vier starke Männer haben es nicht geschafft, die Sattelstütze vom Rad zu lösen. Weil außerdem der Sattel nunmal kaputt ist, habe ich in meiner „Ach-das-geht-schon-so“-Art einfach eine Plastiktüte drüber gestülpt. Sexy ist anders. Ich müsste die gesamte Sattelstütze absägen und aufwendig aus-schleifen, damit ich eine neue montieren kann. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie aufwendig das ist. Um es wieder bergtüchtig zu bekommen, müsste ich die Gangschaltung generalüberholen, weil eine Achterschaltung auf einer Siebener-Kassette liegt, der Grund, warum sie nicht flüssig läuft. Naja, und so weiter… Jetzt ist die Frage: Überarbeiten oder mal ein schönes neues und richtig gutes Fahrrad kaufen?

Das Problem aber, wenn ich mir ein schönes neues und optimales Rad holen möchte, ist: Welches!!!??? Haaaaaaa, es gibt ja so viele. Ich kann mich einfach nicht entscheiden. Und da kommen wir zu meinem nächsten Rad. Nachdem ich ja nicht nur die Stadt gondele und gerne Mountainbike fahre, sondern auch gerne richtig schnell unterwegs bin, wurde es irgendwann mal Zeit für ein Rennrad. Das war dann letztes Jahr und da habe ich mir (wiedermal) auf Willhaben ein gebrauchtes relativ simples, aber solides Rennrad zum Trainieren gekauft. Auch hier habe ich einige Änderungen vorgenommen. Ein neuer Lenkervorbau, neue Reifenmäntel, Gangschaltung repariert. Weiterhin würde ich gerne einen neuen Lenker verbauen, aber dazu müsste ich alles aufdröseln, naja, nervige G’schicht, wie man hier so sagt. Das Rad verwende ich immer, wenn es mich mal nach der Uni oder am Nachmittag packt zum Sporteln, dann fahre ich ne Runde über die Donauinsel und mache ein paar Kilometer wett. Es gibt einfach keinen Moment, in dem ich mich so frei und stark fühle, wie in diesem. Dieser Moment, wenn ich irgendwo hin radel und dabei den dicken komplett Canondale-ausgerüsteten Mitlifetypen überhole. Super Gefühl, das müsst ihr ausprobieren. Sorry *notsorry* für meinen Sarkasmus an dieser Stelle, aber kennt ihr die auch? Ich finde das immer sehr lustig, wenn ich auf der Donauinsel unterwegs bin und dann diese mega highend-ausgerüsteten Radler sehe mit schicker professioneller Radlermontour, 5000 Euro Bike, Clickpedalen, allem PiPaPo und dann fahren die 20 Km/h. !!!!???? Und dann wundern sie sich ernsthaft, wenn man sie überholt!!?? Und weil sie das nämlich meistens gar nicht auf sich sitzen lassen können, dass die kleine rote Zora sie grinsend überholt, robben sie sich dann gemächlich an mich ran und setzen sich völlig außer Atem direkt vor meine Nase. Ha, aber nicht mit mir. Das Battle beginnt und ehe sie sich’s versehen ham’ se mich nur mehr von hinten jesehn! So sieht’s mal aus, kaboouum. Ich schwöre euch, das sind die kleinen Freuden des Alltags, wenn man so Radbesessen ist wie ich ;-) Vielleicht übertreibe ich auch ein bisschen...


So, aber nun genug gelästert. Wer richtig gezählt hat, kommt jetzt auf drei. Also fehlt noch Rad Nummer vier. Rad Nummer vier ist eher so ein Phantom, ein Schatten seiner selbst, theoretisch existiert es, praktisch liegt es aber zerstückelt in meinem Keller. Rad Nummer vier ist ein klassischer Fall von Radleiche und überambitioniertem Vintage-Bike-Traumprojekt. Ziel ist es, die Radleiche wieder zu neuem Leben zu erwecken und das Rad, das mal eines war (und von mir Stück für Stück auseinandergenommen wurde) wieder schön gesäubert, geschmiert, geölt und ordentlich zusammen gesetzt mit neuen Features auszustatten. Es müssen neue Bowdenzüge her, neue Drähte für Schaltung und Bremsen, neue Bremsbeläge, neue Reifen (Mäntel und Schläuche), neue Beleuchtung, ein neuer Sattel. Dann würde ich am liebsten auch den Lenker tauschen und zu einem Rennlenker wechseln, das würde jedoch auch den Wechsel der Brems- und Schalthebel mit sich ziehen, das geht ins Geld und macht viel Arbeit. Achja…und ich muss es vorher zusammensetzen. Da war ja was. 

So kam es also zu meinen ganzen Rädern. Eigentlich sind alle renovierungsbedürftig und eigentlich hätte ich gerne das ultimative Rad, das alles kann. So ein Kürbis, den man je nach Gebrauchslage umfunktionieren kann. Mal Hollandrad, mal MTB, mal Rennrad, mal Vintage, dann wieder richtig neu. Das ist dann eben doch wie mit den Taschen. Für jede Gelegenheit braucht man halt eine andere. Ich weiß auch gar nicht, ob ich mich so leicht von den Rädern trennen könnte, weil sie eben auch meine Wegbegleiter sind. Und meine Freunde. Ich habe sie zum Teil schon ewig und eigentlich trifft man mich nie alleine an. Mein Freund das Rad ist immer am Start. Wir sind die legendären fünf Freunde.
 

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