Lampe im Industrielook für Fahrradfans

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Wie versprochen gibt es heute etwas, das dem Herbst und dem anstehenden Winter gerecht wird. Nämlich eine Lampe. Ich bin ganz stolz auf das Teil, von Stecker bis Glühbirne selbstgemacht, nur der Strom ist von Wien Energie. Nun ja, ich kann mich schließlich nicht um alles kümmern. Auf jeden Fall erfreu ich mich an meiner neuen Leuchte, vor allem, da es so früh dunkelt und ich bis spät nachts zu arbeiten pflege. Manchmal jedenfalls. So oder so ist es dann nicht schlecht, sich ein bisschen erleuchtet zu fühlen.

Der Clou ist meines Erachtens die Fahrradkassette, die ich günstig in der Wuk-Werkstatt ersteigern konnte. Für diejenigen, die es nämlich nicht wissen: Das Fräulein ist ein ausgemachter Fahrradfan. Fahrradfreak um präzise zu sein. Ich liebe Räder. Alles, was damit zu tun hat: Am Rad zu basteln und zu werkeln, es zu reparieren und natürlich am allerwichtigsten, damit zu fahren. Fahrräder bedeuten für mich Freiheit. Hinfahren zu können, wohin man möchte. Flexibel zu sein und auch in Stöckelschuhen eine gute Figur zu machen. Wenn man damit schon nicht laufen kann, dann wenigstens damit Radfahren. Aber eigentlich wollte ich ja über meine neue Lampe schreiben. 

Ein gemütlicher Sonntagnachmittag hat völlig gereicht, um alles zu schneiden, zu sägen, zu schrauben und zu kleben. Zuerst war der Würfel dran: Den habe ich einfach aus einem günstigen Holzbrett zurecht gewerkelt und geschraubt. Dann schön geschliffen und gebeizt. Die Beize habe ich nicht völlig eintrocknen lassen, sondern gleich nach dem Auftragen wieder mit einem feuchten Lappen abgewischt, so kommt die Holzstruktur wesentlich schöner zum Vorschein. Gleichzeitig ist die Farbe dann nicht so stark und das Holz wirkt hochwertiger, das ist ein klarer Vorteil. Theoretisch könnte man statt der Beize auch Holzöl verwenden. Das ist meines Erachtens sogar die bessere Variante, lohnt sich allerdings nur bei hochwertigem schönem Holz. Dank meines Studentenbudgets habe ich aber darauf verzichten müssen.

Als nächstes war dann die Lampe selbst dran. Das war schon etwas kniffliger, ich wollte nämlich unbedingt unter der Fahrradkassette eine Holzscheibe, die im Zahnrad- bzw. Ritzelmuster ein kleines Podest ergibt. So habe ich nach sechs Jahren Mathe-Abstinenz meinen alten Zirkel wieder heraus gekramt und einen formschönen Kreis in der Größe meiner Radkassette auf mein Holzbrett gemalt. Dann noch Ritzel nachgezeichnet und alles mit der Stichsäge ausgeschnitten. Das war eine lustige, aber langwierige Arbeit. Danach alles geschliffen. Und nochmal geschliffen. Dann habe ich geschliffen und zu guter Letzt geschliffen. Am Ende wieder gebeizt. Die Fahrradkassette habe ich - ratet mal! - angeschliffen und dann in meinem kleinen Hinterhof mit schwarzer Farbe besprüht. Von dem Ergebnis war ich extrem begeistert, weil die Farbe durch die glänzende Oberfläche wie Schmieröl aussieht. Das macht sich wirklich perfekt für die Fahrrad-Optik. 

Dann kam die eigentliche Lampe dran. Das Bügeleisenkabel habe ich nach meinen Maßen zugeschnitten, dann einen goldenen Stecker und einen passenden goldenen Schalter (très chic!) montiert. Die Fassung ist eine antike goldene Keramikfassung von einem Freund, der wiederum hat sie vom Flohmarkt. Und nun ist sie bei mir :-). Die Glühbirne im Vintagelook sowie alle weiteren Materialien habe ich kostengünstig beim Baumarkt ergattert. Insgesamt beliefen sich die Materialkosten auf rund 25 Euro - der Spaß hingegen: unbezahlbar.